Ernährung

Ayurvedische Ernährung

Ayurvedische Ernährung

für Gesundheit und Lebensfreude

Die richtige Ernährung ist laut Ayurveda der Schlüssel zu unserem körperlichen und emotionalen Wohlbefinden. Mit dem was wir essen und wie wir es zubereiten, nehmen wir direkten Einfluss auf die körperliche Gesundheit und das emotionale Gleichgewicht. Dabei handelt es sich bei der ayurvedischen Ernährung nicht um eine Diät im herkömmlichen Sinne, sondern um ein ganzheitliches Ernährungssystem, das äußerst differenziert auf die unterschiedlichen Bedürfnisse des Menschen eingeht. Die wohlschmeckenden Speisen werden auf die individuelle Konstitution abgestimmt, um den Stoffwechsel typgerecht in seinem Verdauungs- und Erneuerungsvorgängen zu unterstützen. Ebenso können spezielle Nahrungsmittel und Gewürze ernährungstherapeutisch eingesetzt werden, um Krankheiten präventiv vorzubeugen und diätetisch zu behandeln.

Durch das umfassende Ayurveda-Wissen um die geschmacklichen und heilenden Qualitäten der Nahrungsmittel können wir Menü- und Speisepläne zusammenstellen, welche den zellerneuernden Energie- und Substanzgewinn des Körpers optimal steuern, die Sinne befriedigen und die Psyche balancieren. Dabei begeistert die ayurvedische Ernährung immer wieder durch ihre Vielseitigkeit, in der sich eine wirkungsvolle Diätetik mit genussvoller Kochkunst vereinen.

Gelüste, Heißhungergefühle und zwanghaftes Essverhalten werden ganzheitlich betrachtet und mit speziellen Übungen zur Gewohnheitsänderung und stimulierenden Gewürzen ausgeglichen. Damit gelingt eine ganzheitliche Ernährungsumstellung ohne Dogma oder asketischen Verzicht, doch mit viel Feingefühl für den intelligenten Einsatz aller Schätze der Natur. 

 

6 Gründe für eine ayurvedische Ernährung

Sie ernähren sich typgerecht: Die täglichen Speisen werden auf die individuelle Konstitution und ihrer Störungen abgestimmt.

Sie essen im Einklang mit der Natur: Entsprechend der Lebensphasen, Jahres- und Tageszeiten wird die Auswahl und Zubereitung der Speisen angepasst.

Sie sorgen für ihr körperliches und emotionales Wohlbefinden: Passende Nahrungsmittel und Gewürze gleichen Belastungs- und Stressfaktoren in body & mind aus.

Sie haben Spaß am Essen: Die Nahrung wird auf wohlschmeckende und sinnlich erfüllende Weise zubereitet.

Sie sparen Zeit: Viele Rezepte der Ayurveda-Küche sind schnell und einfach zuzubereiten.

Sie essen sich gesund und schön: Die ayurvedische Ernährung ist wichtiger Bestandteil der Medizin und Kosmetik und kennt spezielle Diäten und Kuren um den Verjüngungs- und Heilprozess zu fördern.

 

Bewusst leben und gesund essen mit Ayurveda

Um das Leben nachhaltig zum Guten zu verändern, geht kein Weg an einer gesunden Ernährungsweise vorbei. Unsere Gesundheit, unser Aussehen, unsere Lebensfreude – all das wird davon beeinflusst, auf welche Weise wir unsere täglichen Mahlzeiten gestalten.

Auch eine erfolgreiche Schönheitstherapie basiert auf dem richtigen Speiseplan. Sei es zur Gewichtsreduktion, zur Verjüngung oder für eine schöne Haut.

Viele Menschen wissen um die Wichtigkeit einer ausgewogenen Ernährung, doch nur wenigen gelingt es, dieses Wissen konsequent umzusetzen. Wir sind gefangen in inneren und äußeren Zwängen der alten Gewohnheiten, die eine Ernährungsoptimierung verhindern.  Finden wir jedoch einen Lebensstil und eine Ernährungsform, die wirklich zu uns passen, so werden wir diese auf allen Ebenen unseres Seins als Gewinn wahrnehmen und damit in Freude und Leichtigkeit alle Widerstände überwinden können.

Dabei helfen die allgemeinen Regeln der Ayurveda-Ernährung! Sie dienen als Leitlinien für jede Ernährungsumstellung, gleichen die individuelle Konstitution (Doshas) aus, stärken den Stoffwechsel (Agni), schützen für Verdauungsstörungen und Toxinen (Ama) und  fördern die Transportkanäle (Srotas) die für eine aktive Verdauung und Zellerneuerung notwendig sind.

 

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Zehn Ayurveda-Tipps für die Ernährung im Alltag

 

1. Die richtige Menge

Essen Sie in Maßen, denn sowohl zu viel, als auch zu wenig Nahrung führen zu Störungen. Dazu vierteln Sie das Fassungsvermögen Ihres Magens in Ihrer Vorstellung: Zwei Teile sind für feste und ein Teil für flüssige Nahrung (wie Getränke oder Suppen) gedacht; der vierte Teil sollte frei bleiben, damit die Verdauungsfunktionen nicht gestört werden.

 

2. Zu den Mahlzeiten nicht trinken

Um das Verdauungsfeuer nicht zu löschen, sollte man eine bis anderthalb Stunden vor und nach dem Essen nichts trinken. Zum Essen hat sich das schluckweise Trinken von einem Glas heißen Wassers jedoch als verdauungsfördernd erwiesen. Ausnahmen vor dem Essen bilden auch verdauungsanregende Tees. Für die allgemeine Flüssigkeitsaufnahme sind warmes Leitungs- oder stilles Mineralwasser und Kräutertees am besten geeignet.

 

3. Hochwertige Nahrungsmittel essen

Ihre Nahrung sollte stets rein sein, d.h. hochwertig, frisch und mit Liebe zubereitet. Die beste Qualität bieten Eigenanbau und Bioläden, da hier die Produkte so wenig wie möglich mit Düngemitteln, Insektiziden, Konservierungsmitteln und Schadstoffen belastet sind. Zudem sollte man Nahrung aus der näheren Umgebung und Güter der Saison bevorzugen.

 

4. Gekochte und selbst zubereite Mahlzeiten bevorzugen

Kochen Sie möglichst selbst und essen Sie warme Mahlzeiten. Warme Speisen regen die Verdauung und den Stoffwechsel an. Selbst Schwerverdauliches kann dann besser aufgespaltet und verwertet werden. Mindestens sollten die Hauptmahlzeiten (Mittag- und Abendessen) warm zubereitet sein.

 

5. Individualität in Nahrungsauswahl und Zubereitung

Bedenken Sie bei der Wahl der Nahrungsmittel Ihre persönlichen Vorlieben und Verträglichkeiten d.h. ihre Konstitution (prakrti) sowie ihre gegenwärtigen Gesundheitsstörungen (vikrti).

 

6. Mit Muße essen und gut kauen

Essen Sie in Ruhe, jedoch nicht zu langsam. Kauen Sie die Nahrung gut durch widmen Sie dem Genuß beim Essen die volle Aufmerksamkeit. Sie nehmen dadurch Magen und Darm eine Menge Arbeit ab.

 

7. In angenehmer Atmosphäre essen

Essen Sie an einem geeigneten Ort, der mit Dingen versehen ist, die bei Ihnen Wohlbefinden hervorrufen. Die psychische Komponente ist bei der Nahrungsaufnahme sehr wichtig. Genießen Sie das Essen und widmen Sie ihm die volle Aufmerksamkeit. Wenn Sie viel reden, nebenbei lesen oder fernsehen, bringen Sie sich um einen hohen Genuß, beeinträchtigen die Verdauung und auf lange Sicht Ihre Gesundheit.

 

8. Regelmäßig essen und Zwischenmahlzeiten vermeiden

Essen Sie regelmäßig und vermeiden Sie unkontrollierte Zwischenmahlzeiten. Kaum etwas ist der Verdauung zuträglicher. Am besten ist es, erst wieder zu essen, wenn die vorangegangene Mahlzeit verdaut ist. Nur so werden die Verdauungs- und Stoffwechselprozesse nicht belastet. Deswegen sollten Sie viele Mahlzeiten und häufige Snacks vermeiden. Drei Mahlzeiten sind die Regel. Die Nahrung, die Sie morgens und mittags zu sich nehmen, sollte am Abend verdaut sein und das Abendessen am nächsten Morgen.

  • Morgens haben wir eine träge Verdauungsfunktionen: kleines und leichtes Frühstück
  • Mittags ist die Verdauungskraft am stärksten: Hauptmahlzeit
  • Abends ca. drei Stunden vor dem Schlafengehen essen: leichte, warme Mahlzeit
  • Auf keinen Fall abends Nahrungsmittel einnehmen, die die Transportfunktionen (srotas) beeinträchtigen wie Käse, Yoghurt und säuerliche Speisen.

 

9. Auf den ausgewogen Geschmack achten

Im Ayurveda gilt eine Mahlzeit als ausgewogen, die alle sechs Geschmacksrichtungen enthält. Idealerweise nimmt man diese in folgender Reihenfolge zu sich: süß, sauer, salzig, scharf, bitter, herb. Dies entspräche den Phasen der Verdauung. Das Kochen mit Ghee (Butterfett) intensiviert den Geschmack und fördert die Verdauung

 

10. Auf die richtigen Kombinationen achten

Die lange Erfahrung des Ayurveda hat gezeigt, daß gewisse Nahrungsmittel nicht kombiniert werden sollten. Im Ayurveda werden diese “falschen Kombinationen“ immer wieder als Ursachen verschiedenster Erkrankungen angesehen. Sie behindern die Transportfunktionen und “verunreinigen” das Blut, was z.B. die Hauptursache vieler Hautkrankheiten ist.

  • Milch niemals gemeinsam (also zur gleichen Mahlzeit) mit Saurem und Salzigem, Fleisch, Fisch, Knoblauch, Rettich, Granatäpfeln, Blattgemüse, Senf, Sesamsamen, Basilikum oder Bananen einnehmen.
  • Milchfreundlich sind hingegen: Mango, Weintrauben, Honig, Ghee, Butter, Ingwer, Pfeffer, Zucker, Reisflocken, Gerste und die Amla-Frucht (Emblica officinalis).
  • Fleisch sollte nicht mit Honig, Sesam, Milch, Rettich, Zucherrohrprodukten oder Sprossen kombiniert werden, denn dies würde zu verschiedenen Nervenstörungen führen.
  • Fisch nicht mit Banane, Milch, Joghurt und Buttermilch kombinieren.
  • Frische Früchte am besten nicht mit gekochten Speisen kombinieren. Saure Früchte nicht mit Joghurt oder Käse zusammen essen.